Selbstverteidigung?

Selbstverteidigung ist heute leider ein Thema in der Gesellschaft. Die Gewaltbereitschaft der Bevölkerung bzw. einzelner Gruppen nimmt immer mehr zu. Eine fundierte Ausbildung in der SV wird somit immer wichtiger. Dies bedeutet aber nicht, dass sich jedermann zu einem Schläger ausbilden lassen soll. Mittlerweile werden an jeder Ecke SV-Kurse angeboten, die oftmals dazu dienen, den Teilnehmern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wenn man also einen Kurs besuchen will, sollte man sich vorher eingehend nach der Seriosität des Anbieters und nach den geplanten Inhalten eines solchen Kurses erkundigen

Vielfach gibt es nur sogenannte Technikkurse, das heißt, der Teilnehmer lernt eine Vielzahl von SV-Techniken und einige Wochen nach dem Kurs hat er/sie alles wieder vergessen. Unsere These ist es, dass ein Kurs noch keinen perfekten Selbstverteidiger macht.

Aber es gilt auch:  Ein Selbstverteidigungskurs ist besser als keiner !

An erster Stelle muss in einem Kurs der Grundsatz vermittelt werden, dass Weglaufen keine Schande ist. Der alte Gedanke „wer wegläuft ist feige“ gilt heute nicht mehr. Man muss seinen 6. Sinn wieder schärfen. Einer gespürten und somit erkannten Gefahr auszuweichen, ist allemal besser, als anschließend im Krankenhaus wieder aufzuwachen. Bestimmte Gruppen schrecken auch vor Totschlag nicht zurück. Die Gesundheit sollte einem über alles gehen. Jedoch ist man verpflichtet, in Not geratenen Personen zu helfen, so sieht es zumindest unser Gesetz vor. Diese Hilfe kann schon dadurch erbracht werden, dass man die Polizei ruft. Bei der Nothilfe ist es wichtig, dass man sich nicht selber in unnötig große Gefahr begibt. Nicht den Helden spielen! Dieses hilft auch dem Opfer nicht. Weiterhin ist es wichtig, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken.

Wer immer als Duckmäuser herumläuft, ist schon potentielles Opfer. Wer jedoch selbstsicher auftritt, kann in vielen Fällen dadurch schon manche kritische Situation meistern. Man darf selbstsicheres Auftreten nicht mit aggressivem Auftreten verwechseln. Mit geballten Fäusten und grimmigen Gesichtsausdruck herumlaufen, reizt ebenfalls zu gewalttätigen Handlungen.

Eines ist auch unerlässlich zu wissen; Es gibt keine Patentrezepte in der Selbstverteidigung. Jede Situation in die man geraten kann ist anders und erfordert deshalb andere Handlungsweisen. Darum soll ein SV-Kurs immer viele mögliche Situationen aus dem täglichen Leben trainieren. Als Vorlagen können hierzu Zeitungs- und Fernsehberichte dienen, die dann möglichst real „nachgestellt“ werden. Wenn jemand aus dem Kreis der Trainierenden leider schon mal eine  reale SV-Situation erlebt hat, kann diese auch als Vorlage dienen, aber nur mit ausdrücklicher Zustimmung der betroffenen Person. Im Situationstraining sind einfache Techniken zu bevorzugen, denn solche Techniken prägen sich besser in das Gedächtnis ein.

Wendet der Aggressor Waffengewalt (Pistole, Messer) an, hat man selten noch eine Möglichkeit, sich wirkungsvoll zu verteidigen. In solchen Situationen ist es wichtiger denn je, Ruhe zu bewahren und zu kommunizieren. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit für Flucht oder einen überraschenden Gegenangriff, um die Flucht vorzubereiten. Einen Gegenangriff zu starten, setzt jedoch jahrelanges Training voraus.